© 2019 Daniel Hell
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Biografie
1964 – 1971 Medizinstudium in Basel und Zürich, Praktika in Genf, Neuenburg, Prag und Helsinki 1970 Dissertation „Der Gebrauch von Cannabis unter Jugendlichen Zürichs“ 1971 – 1977 Weiterbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie an verschiedenen internistischen, neurologischen, psychiatrischen und psychotherapeutischen Universitätskliniken und Ambulatorien 1977 – 1983 Oberarzt an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich und Forschungstätigkeit 1982 Habilitation an der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich (mit der Schrift: „Ehen depressiver und schizophrener Menschen”) 1984 – 1991 Chefarzt der Kantonalen Psychiatrischen Klinik Breitenau, Schaffhausen 1991 – 2009 Ordentlicher Professor für Klinische Psychiatrie an der Universität Zürich und Ärztlicher bzw. Klinischer Direktor an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich 2009 – 2014 Leiter des Kompetenzzentrums „Depression und Angst” an der Privatklinik Hohenegg, Meilen ab 2015 Stiftungsrat der Stiftung Hohenegg mit sozialpsychiatrischem Engagement sowie ambulante Praxistätigkeit
Biografie
Weitere Tätigkeiten (Auswahl) 1990 – 2009 Chefredaktor des „Schweizer Archiv für Neurologie und Psychiatrie” (SANP), ab 2009 Redaktionsmitglied (Senior Editor) 1993 Mitgründung des „Besuchsdienstes“ (bezahlte Dienstleistungen von dazu angeleiteten und geförderten psychisch Kranken für andere, meist behinderte Menschen), getragen vom „Verein für psychosoziale Eingliederung“ – heute „sintegrA“ mit weiteren Integrationsangeboten 1994 Einrichtung eines Lehrgangs „Philosophie für Fachleute aus Psychiatrie und Psychotherapie”, aus dem das Netzwerk für Philosophie, Psychoanalyse und Wissenschaften der Psyche („Entresol”) hervorging. Zudem mehrere Weiterbildungsangebote an der Universität Zürich. 2001 – 2011 Präsident der „Gesellschaft für die Geschichte der Schweizer Psychiatrie und Psychotherapie“ (GGSP), ab 2011 Vorstandsmitglied 2004 – 2011 Mitglied der nationalen Ethikkommission im Bereich Humanmedizin ab 2004 Präsident des „Verein Gastfamilien für psychisch Kranke“ 2007 – 2013 Mitglied des Verwaltungsrates der Klinik Sonnenhalde in Riehen BS ab 2010 Beirat der Park-Klinik Sophie Charlotte in Berlin ab 2011 Vorstandsmitglied der Forel Klinik in Ellikon an der Thur (ZH) 2012 – 2018 Stiftungsratsmitglied der gemeinnützigen Stiftung Accentus und Empiris ab 2015 Stiftungsrat der Stiftung Hohenegg
Aufbau mehrerer Forschungsgruppen an der PUK: - psychiatrische Genetik und genetische Epidemiologie (Prof. H.H. Stassen) - experimentelle Psychopathologie und Brain-Imaging (assoziiert mit US- amerikanischem Heffter-Institut) (Prof. F.X. Vollenweider) - Neurophysiologie (assoziiert mit The KEY Institute for Brain-Mind Research) (PD D. Schüpbach) - klinische Psychopathologie (Prof. J. Modestin) - Psychotherapie- und Verlaufsforschung (Prof. H. Böker) - Geschichte und Philosophie der Psychiatrie (Dr. B. Küchenhoff) u.a.
Forschung Schwergewicht auf affektiven Störungen in ihrer psychosozialen und neurowissenschaftlichen Komplexität, insgesamt über 200 wissenschaftliche Artikel, über 50 Buchbeiträge, ein Psychiatrie-Lehrbuch.
Stichworte zur therapeutischen Ausrichtung und beruflichen Tätigkeit Ich vertrete eine beziehungs- und personorientierte Psychiatrie und Psychotherapie. Grundlage jeder Behandlung ist nach meiner Überzeugung eine gute Arzt-Patienten- Beziehung, was wiederum Akzeptanz der Person und Verständnis für ihre Problematik voraussetzt. Erst so können kompetent angewandte Therapiemassnahmen besser greifen. Im institutionellen Rahmen einer Klinik oder eines Ambulatoriums sind dazu personelle und strukturelle Bedingungen wie Behandlungskontinuität und gute Erreichbarkeit nötig. Deshalb habe ich mich sowohl in Schaffhausen wie in Zürich für eine möglichst offene und gemeindenahe Psychiatrie mit vernetzten ambulanten, teilstationären und stationären Angeboten engagiert. In Schaffhausen hatte ich die Gelegenheit, die psychiatrische Klinik Breitenau weitgehend zu öffnen und zu einem Psychiatriezentrum mit stationären, tagesklinischen und ambulanten Einrichtungen umzugestalten (vgl. 125 Jahre Breitenau). In Zürich integrierte ich an der Psychiatrischen Universitätsklinik (PUK) die bisher institutionell getrennten klinischen und sozialpsychiatrischen Bereiche in ein Behandlungsnetz nach dem sogenannten Regions- und Sektorprinzip (vergl. Psychiatriekonzept des Kanton Zürich und den Artikel von B. Küchenhoff Zur Geschichte von Daniel Hell am Burghölzli). Dadurch konnten eine durchgehende Betreuung von Kranken in Wohnortsnähe gewährleistet, die Hospitalisationsdauer verkürzt und der Schwerpunkt der Behandlung auf den ambulanten Bereich gelegt werden. Alle Klinikstationen wurden (teil)geöffnet und die bestehenden sozialpsychiatrischen Einrichtungen mit einem zusätzlichen Ambulatorium und Tageszentrum ergänzt. Zudem wurden an der PUK für verschiedene Bereiche neue Spezialangebote geschaffen: - für die Alterspsychiatrie (Gerontopsychiatrisches Zentrum Hegibach mit ambulanten, teilstationären und stationären Angeboten 1996) - für Affekt- und Angstkranke (zwei Depressionsstationen 1995, eine Tagesklinik für Affekt- und Angstkranke 2006, eine Sprechstunde für therapieresistente Depressionen 1992) - für den Rehabilitationsbereich (eine Rehabilitationsstation 1995) - für den Suchtbereich (eine Dualstation für psychisch kranke Drogenabhängige 1993) - für depressive Mütter mit einem Kleinkind (eine stationäre Mutter-Kind-Einheit 1998) - für psychisch kranke Migranten (ein Schwerpunkt für transkulturelle Psychiatrie 2006) - für Akutkranke als Alternative zur Hospitalisation (das Gastfamilienprojekt 2004)
Daniel Hell       Psychiater und Psychotherapeut